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George Crumb, György Kurtág, Karlheinz Stockhausen, Béla Bartók , Peter Eötvös: Kosmos

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Artikelnummer: NEOS 20802 Kategorien: ,
Veröffentlicht am: August 24, 2009

Infotext:

Andreas Grau und Götz Schumacher greifen nach den Sternen: Eine kalt-glitzernde Vision des jungen Péter Eötvös vom Werden und Vergehen des Kosmos bildet das Zentrum ihres neuen Rezitals, das als Flug durch musikalische Welten inszeniert ist. Sehnsüchtig, wie aus der Ferne des Alls, werden Tanz- und Liedstudien aus dem „Mikrokosmos“ von Béla Bartók betrachtet. Spieluhrklänge aus dem „Tierkreis“ von Karlheinz Stockhausen verbinden sich mit Blumen- und Sternbildern aus dem Zyklus „Játékok“ („Spiele“) von György Kurtág. Als letzte, umgreifende Sphäre fungiert der „Makrokosmos IV“ („Celestial Mechanics“) von George Crumb. Diese „kosmischen Tänze“ verstärken mit fremdartigen Klangfarben den Grundton der Weite, Stille und Einsamkeit.

Programm:

George Crumb (*1929)
Celestial Mechanics (Makrokosmos IV) (1979)
Cosmic Dances for amplified piano four hands
[01] I. Alpha Centauri 03:31

[02] II. Beta Cygni 03:44

György Kurtág (*1926)
Játékok (1973–) for piano four hands
[03] Blumen die Menschen… 00:32
[04] Spiel mit dem Unendlichen 00:59

[05] …Blumen…auch die Sterne… 00:33

Karlheinz Stockhausen (1928–2007)
Tierkreis – 12 Melodien der Sternzeichen (1975–1976) for two pianos
[06] Steinbock – Capricorn 01:46

[07] Widder – Aries 01:38

Béla Bartók (1881–1945)
Seven Pieces for Two Pianos (Nos. 1–3) from Mikrokosmos (1939)
[08] 1. Bulgarischer Rhythmus 01:14

[09] 2. Akkord- und Trillerstudie 01:11
[10] 3. Perpetuum mobile 01:04

Peter Eötvös (*1944)
[11] Kosmos (1961/1999) Version for two pianos 12:31

Béla Bartók (1881–1945)
Seven Pieces for Two Pianos (Nos. 4–7) from Mikrokosmos (1939)
[12] 4. Kurzer Kanon und seine Umkehrung 00:56
[13] 5. Neues ungarisches Volkslied 01:02
[14] 6. Chromatische Invention 01:11
[15] 7. Ostinato 02:21

Karlheinz Stockhausen (1928–2007)
Tierkreis – 12 Melodien der Sternzeichen (1975–1976) for two pianos
[16] Waage – Libra 02:27
[17] Krebs – Cancer 01:33

György Kurtág (*1926)
Játékok (1973–) for piano four hands
[18] Blumen die Menschen… 01:04
[19] Sternmusik 00:45
[20] Hommage à Soproni 01:59

George Crumb (*1929)
Celestial Mechanics (Makrokosmos IV) (1979)
Cosmic Dances for amplified piano four hands
[21] III. Gamma Draconis 06:13
[22] IV. Delta Orionis 08:50

total time: 57:55

GrauSchumacher Piano Duo
Stefan Litwin, page turner [21–22]

Pressestimmen:

www.concerti.de

12.03.2014

Raumfahrt und ein Psalm für Frank Zappa

Peter Eötvös ist 70 geworden: Grund genug für eine gelungene CD mit drei seiner Werke für Tasten und Schlagzeug.

Als 1961 der Kosmonaut Jurij Gagarin als erster Mensch ins Weltall flog, hat dies den Kompositionsstudenten Peter Eötvös derart begeistert, dass er Kosmos schrieb: Ein Klavierwerk, das in einer Viertelstunde Urknall, das Werden und Vergehen ganzer Galaxien bündelt. Diese Musik mit ihren kraftvollen, unmittelbaren Gesten hat bis heute keinen Staub angesetzt. Vor allem wenn es solche Pianisten-Persönlichkeiten wie Andreas Grau und Götz Schumacher vom Klavierduo GrauSchumacher spielen. Die beiden zeigen sich erneut als maßgebliche Akteure der Neuen-Musik-Szene, die den Werken einen besonderen Charakter verleihen. Dies gelingt umso mehr, wenn sie bei Eötvös` Sonta per sei auf weitere Spezialisten wie Paulo Álvares und das Schlagquartett Köln treffen. Das Schlagquartett lässt auch suggestiv Psalm 151 „in memoriam Frank Zappa“ erklingen. Ein gelungenes Geburtstagsgeschenk an Peter Eötvös, der im Januar 2014 siebzig geworden ist.

Eckhard Weber


15.09.2010

Leidenschaft und hoher Erkenntnisgewinn

Noch einmal: Dass die Zeit verstreicht, nehmen wir so wenig wahr, wie der Ballonfahrer den Wind, der ihn antreibt. Zeit wird nur erfahrbar, wenn sie vergangen ist. Zwei wichtige Abhandlungen über die Zeit gibt es von Bernd Alois Zimmermann und Karlheinz Stockhausen. Das Pianoduo GrauSchumacher hat nun mit ‚Kosmos‘ eine CD vorgelegt, für die die Bezeichnung spannend eher untertrieben wirkt. Zusammengestellt haben die beiden Pianisten, wie sie im Booklet mitteilen, ein bis ins Detail hinein wohl überlegtes Programm. Im Zentrum steht die Komposition ‚Kosmos‘ von Peter Eötvös, an den Rändern jeweils zwei Werke aus den ‚Celestial Mechanics‘ von George Crumb, dazu konzentrisch angeordnet jeweils drei Kompositionen von György Kurtág, zwei von Karlheinz Stockhausen sowie jeweils sieben von Béla Bartók.

Peter Eötvös‘ Komposition ‚Kosmos‘ entstand 1961 unter dem Eindruck des Weltraumfluges von Jurij Gagarin. Es ist die virtuose Klangwelt eines 17jährigen, die aber über fast alle Ingredienzien verfügt, die damals als Gipfel der Avantgarde galten. (Ist es nicht erschreckend, dass uns heute fast soviel Zeit von diesem Datum trennt, wie zuvor zu den Anfängen der neuen Musik?) Den zeitlichen Raum, den die beiden Pianisten vierhändig auf ihrer Reise durchschreiten, ist rund 20 Jahre vom ‚Mittelpunkt‘ Eötvös entfernt und liefert interessante klangliche Einblicke in den dadurch abgesteckten kompositorischen Kosmos. Man muss bei diesen beiden Pianisten nicht darauf eingehen, dass sie den exorbitanten technischen und klanglichen Schwierigkeiten hervorragend gewachsen sind; das kann vorausgesetzt werden, kennt man andere Einspielungen dieses umtriebigen Duos.

Beide Pianisten sind musikalisch sensible und technisch souveräne Könner, die den höchsten Ansprüchen der komplexen Kompositionen nichts schuldig bleiben. Darüber hinaus zeichnen sich ihre Interpretationen bei aller Akribie durch eine sensible Zeichnung der rein sinnlichen Seite aus: Musik verstanden als Struktur und Klang. Spannend wird diese CD aber vor allem dadurch, dass es beiden Interpreten gelingt, über die Werk- und Zeitgrenzen hinaus ein dichtes Geflecht von in der Tat ‚unerhörten‘ Beziehungen erkennbar werden zu lassen. ‚Kosmos‘ also verstanden im ursprünglichen Sinne als ‚Ordnung zwischen den Dingen‘. Was dabei gelungen ist, ist nichts weniger als ein tatsächlich neues Hören von Zusammenhängen, mögen die einzelnen Kompositionen auch noch so unterschiedlich sein.

Besondere Erwähnung verdient die Klangregie dieser in Koproduktionen mit Deutschlandradio Kultur entstandenen CD, bei der auch ein besonderer Raumklang durch eine spezielle Mikrophonierung erzeugt worden ist. Auch dies eine weitere Facette des ‚Kosmos‘, hier als räumliche Akustik wahrnehmbar.

Michael Pitz-Grewenig

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert:
Booklet:


04/2010


02/2010


01/2010




22.09.2009

Kosmische Wanderungen in neuer Musik – GrauSchumacher mit neuer CD

„Der Weltraum – unendliche Weiten“, so wurde eine bekannte amerikanische Fernsehserie aus den 60er Jahren im Vorspann aus dem Off eingeleitet. Kosmologische Fragestellungen spielten seit jeher und in den verschiedensten Kulturen auch musikalisch immer wieder eine Rolle. Und wenn Stefan George einmal „Luft von fremdem Planeten“ spürte und Schönberg auch damit einen musikalischen Ausflug in die epochale Neue Musik mit einleitete, so wundert es wenig, wenn dieses Thema auch ein Dauerbrenner in der späteren Neuen Musik wurde. Das Pianoduo GrauSchumacher erkundete den Kosmos nun mit vier Händen.

Martin Hufner

Im Zentrum eines konzentrisch um Peter Eötvös‘ Stück „Kosmos“ (1961/1999) angelegten Programm entwickelt sich das CD-Programm von Stücken aus Crumbs „Celestial Mechanics“ aus „Makrokosmos IV“ (1979) über Kurtágs Játékok“ (1973 ), Stockhausens „Tierkreis“ (1975-1976) und Bartóks sieben Stücken für zwei Klaviere aus „Mikrokosmos“ (1939) und wieder über Eötvös zurück. Eine gar zu schöne Sammlung von sichtlich und hörbar verschiedenen Annäherungen an das Thema, die intim, herausfahrend, expressiv, in-sich-gekehrt oder programmatisch sein mögen, aber damit das Thema sowohl nicht zu erschöpfen wie zugleich weit aufzufächern vermögen.

Das Klavierduo GrauSchumacher leistet diese Weltensprünge mit eine faszinierenden Souveränität und Leichtigkeit, das man vom ersten bis zum letzten Ton gebannt bleibt. Sternenstaub scheint in Kurtágs Stücken aus den Pianos zu rieseln, redundante Verästelungen bei Bartok in die Tiefe zu ziehen, mechanische Simplizität bei Stockhausen zu irritieren, unbekanntes Land bei Crumb erschlossen zu werden und bei Eötvös epische Breite auszuufern.

Wie dann aber auch noch die Stücke trotz ihrer Unterschiedlichkeit doch ineinandergreifen und miteinander in Kommunikation treten wollen, gehört dann mit zu den schönsten und glücklichsten Momenten, die Musik erzeugen kann. „Es war, als hätt der Himmel / Die Erde still geküßt, / Daß sie im Blütenschimmer / Von ihm nun träumen müßt.“ In Joseph von Eichendorffs „Mondnacht“ findet sich vielleicht so ein Bild, wie es blitzartig dann in diesem Programm des Klavierduos hinausklingt.

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